Details zur Kundenmeinung

AEA R84

AEA R84

Kundenmeinung (erstellt am 12. März 2011):
Nachdem ich ein paar günstigere Bändchenmics durchprobiert habe (CAD Trion, Samson VR88, tBone RB500) bin ich beim AEA R84 gelandet. Mir ging es bei meiner Suche vor allem um weiche, voluminöse Vocal Aufnahmen. Beim R84 war sofort klar, dass Ding klingt geil und sieht auch geil aus. Eine deutliche Bassabschwächung unterhalb von 330 Hz war zwar nach der Aufnahme nötig, und auch meinen Preamp musste ich über die Hälfte aufdrehen. Aber die Vocal Takes klangen sehr nach meinem Geschmack: weich, sehr unverfälscht, warm untenrum, klare Mitten und gutmütige, offene Höhen. Probleme mit Zischlauten gab es so gut wie nicht. Mit etwas Kompresion saßen die Aufnahmen sofort gut im Mix, es fehlte keineswegs an Offenheit obenherum, was man bei einem Bändchen ja vermuten könnte. Ich habe parallel auch Vocals mit einem Großmenbran Kondensator gemacht. Im Direktvergleich sind das natürlich sehr große Unterschiede im Sound und nachdem man sich an den Kondensatormic Sound gewöhnt hat, kommt einem das Bändchen schon sehr mittig/vintage vor. Aber dies nur beim Direktvergeich im Solomode. Im Mix selbst verhält sich das R84 sehr musikalisch und "sitzt sehr gut drin". Auch Höhen kann man (wer's möchte) noch gut reindrehen bzw. mit Röhrensättigung usw. etwas silbriges Schimmern reindrehen. Auf der Negativseite (wenn man das so bewerten möchte) stehen erhöhte Empfindlichkeit für Popp-Laute und ganz generell bewegte Luft im Studio. Durchzug bei geöffnetem Fenster u.ä. sollte man vermeiden. Auch ist der Noisefloor bei R84 nicht ganz niedrig. Wenn man in einer Mehrspuraufnahme viele leise Quellen aufnimmt, könnte sich da ein hörbares Grundrauschen anhäufen. Ein guter, rauscharmer Vorverstärker ist dabei sehr zu empfehlen.